Wie erstellt man einen Social-Media-Redaktionsplan?
Ein Redaktionsplan beantwortet die Frage „Was posten wir diese Woche?“ schon zu Monatsbeginn. Dieser Ratgeber zeigt in sechs Schritten, wie Sie einen Monatsplan für ein Unternehmenskonto aufbauen, mit einem Beispielmonat für ein Industrieunternehmen.
Das typische Problem von Unternehmenskonten ist nicht zu wenig Inhalt, sondern Unregelmäßigkeit. Einen Monat wird viel gepostet, dann ist der Kanal wochenlang still. Ein Monatsplan durchbricht diesen Kreislauf: Er bündelt Ziel, Themen, Formate und Termine in einem Dokument und legt Dreh, Gestaltung und Freigabe vorab im Kalender fest.
1. Formulieren Sie das Ziel des Kanals in einem Satz
Der Plan beginnt mit der Frage, wozu das Konto da ist. Neukunden gewinnen, Händler informieren, Personal finden oder bestehende Kundenbeziehungen pflegen verlangt jeweils andere Inhalte. Das Ziel in einem Satz aufzuschreiben erleichtert alle weiteren Entscheidungen. Beispielziele:
- „Käufern im Ausland unsere Produktionskapazität zeigen“
- „Technischen Bewerbern aus der Region unser Werk vorstellen“
- „Unsere Händler über neue Produkte und Aktionen informieren“
Gibt es mehrere Ziele, wird eine Rangfolge festgelegt. Auch die Kennzahl für jedes Ziel wird jetzt gewählt; die Auswertung am Monatsende stützt sich darauf.
2. Legen Sie Ihre Content-Säulen fest
Themensäulen sind die Hauptthemen, über die ein Konto regelmäßig spricht. Für Unternehmenskonten reichen oft vier:
- Arbeit und Produkt: Bilder aus der Produktion, abgeschlossene Projekte, Einsatzorte des Produkts
- Team und Kultur: Mitarbeiter, Schulungen, Arbeitsalltag im Werk
- Wissen: kurze Antworten auf häufige Kundenfragen und technische Erklärungen
- Neuigkeiten: Messeteilnahmen, neue Produkte, Zertifikate und Presseberichte
Wie stark jede Säule im Monat vertreten ist, hängt vom Ziel ab. Bei einem Konto mit Fokus auf Personalsuche stehen Team und Kultur vorn; bei einem Konto mit Exportziel gewinnen Arbeit und Produkt sowie Wissen an Gewicht.
3. Wählen Sie einen Posting-Rhythmus, den Sie halten können
Die Beitragsfrequenz richtet sich nach dem Ziel des Kontos und danach, wie viel Inhalt regelmäßig entstehen kann. Ein paar Beiträge pro Woche über Monate durchzuhalten ist mehr wert, als im ersten Monat stark zu starten und dann aufzuhören. Für das Tempo werden diese Fragen beantwortet:
- Für wie viele Beiträge pro Monat lassen sich genug Aufnahmen und Themen erstellen?
- Wer schreibt die Texte, wer gestaltet?
- Wer im Unternehmen gibt Beiträge frei, und wie lange dauert die Freigabe?
Lässt sich das gewählte Tempo zwei Monate lang ohne Ausfall halten, kann man über mehr Beiträge nachdenken.
4. Produzieren Sie die Inhalte eines Monats an einem Drehtag
Für jeden Beitrag gesondert zu drehen, kostet Zeit und Budget. Mit einem Drehtag pro Monat entstehen Fotos, kurze Videos, Interviews und Teamaufnahmen am selben Tag, und aus diesem Archiv wird der ganze Monat bespielt.
Vor dem Drehtag wird die Inhaltsliste des Monats erstellt. Sie nennt für jeden Beitrag das nötige Material, den Drehort und wer zu sehen sein wird. So weiß das Team, was es drehen muss, und die Mitarbeiter sind vorab informiert. Wer am selben Tag hoch und quer dreht, kann leichter für verschiedene Plattformen anpassen.
Auch ungeplante Gelegenheiten am Drehtag werden genutzt: eine neue Maschine geht in Betrieb, eine Lieferung wird verladen, eine Schulung findet statt. Diese Aufnahmen kommen ins Archiv und fließen in die Pläne der Folgemonate ein.
5. Passen Sie Inhalte an die Plattform an
Dasselbe Thema wird auf jeder Plattform anders erzählt. Inhalte überall mit demselben Text und Format zu veröffentlichen, senkt Reichweite und Interaktion.
- LinkedIn: Brancheninfos, Messe- und Projektmeldungen, Personalsuche; längere, erklärende Texte
- Instagram: bildstarke Beiträge, kurze Hochformatvideos, Team- und Produktionsaufnahmen
- Facebook: lokale Ankündigungen, Veranstaltungen und Community-Kommunikation
- YouTube: Imagefilme, Produkterklärungen und lange Interviews
Jede Plattform erwartet andere Maße und Längen. Werden Quadrat-, Hoch- und Querformat schon bei Gestaltung und Schnitt gemeinsam angelegt, entsteht beim Anpassen kein Mehraufwand.
6. Messen und am Monatsende auswerten
Der Plan wird mit einer Auswertung am Monatsende abgeschlossen. Zielbezogene Kennzahlen werden ausgewählt und jeden Monat gleich erfasst:
- Reichweite und Impressionen: wie viele Menschen der Inhalt erreicht hat
- Profilbesuche und Klicks auf die Website
- Anfragen per Formular, E-Mail oder WhatsApp
- Eingegangene Bewerbungen, wenn Personalsuche ein Ziel ist
Sobald sich zeigt, welche Themensäulen und Formate am meisten zum Ziel beitragen, bekommen sie im Plan des Folgemonats mehr Raum. Die Followerzahl allein ist kein Erfolgsmaßstab; Kennzahlen, die direkt mit dem Ziel zusammenhängen, ergeben ein genaueres Bild.
Welche Felder gehören in den Redaktionsplan?
Mit dem Plan arbeiten Team und Freigebende am selben Dokument. Eine einfache Tabelle oder ein geteilter Kalender genügt; wichtig ist, dass zu jedem Beitrag dieselben Angaben stehen:
- Datum und Uhrzeit der Veröffentlichung
- Themensäule und Thema
- Format: Foto, Karussell, Kurzvideo oder Text
- Plattformen und Maße je Plattform
- Beitragstext und Text im Bild
- Benötigte Aufnahmen und ihr Platz im Drehtag
- Freigabestatus und freigebende Person
Sind diese Felder ausgefüllt, ist der Plan keine bloße Ideenliste mehr, sondern ein Arbeitsdokument für die tägliche Planung. Auch die Auswertung am Monatsende wird darin festgehalten.
Beispiel-Monatsplan: ein Industrieunternehmen
Das folgende Beispiel wurde für einen Hersteller erstellt, der Käufern im Ausland seine Kapazität zeigen und technisches Personal finden möchte. Grundlage sind zwei Beiträge pro Woche.
| Woche | Säule | Format | Plattform |
|---|---|---|---|
| 1 | Arbeit und Produkt | Kurzes Video von der Fertigungslinie | LinkedIn, Instagram |
| 1 | Information | Die Antwort auf eine häufige technische Frage | |
| 2 | Team und Kultur | Ein kurzes Interview mit einem Mitarbeiter | Instagram, LinkedIn |
| 2 | Arbeit und Produkt | Fotoserie von einem abgeschlossenen Transport | |
| 3 | Ankündigung | Ankündigung der Messeteilnahme | LinkedIn, Facebook |
| 3 | Information | Kurzes Video über den Ablauf der Qualitätskontrolle | Instagram, YouTube |
| 4 | Team und Kultur | Stellenausschreibung mit Aufnahmen aus dem Werk | LinkedIn, Instagram |
| 4 | Arbeit und Produkt | Der Monat im Rückblick: ausgewählte Bilder aus dem Werk |
Das gesamte Material für diesen Plan lässt sich an einem Drehtag produzieren. Am Monatsende wird geprüft, welche Beiträge Profilbesuche und Anfragen gebracht haben, und der Plan für den nächsten Monat wird angepasst.
Vermeiden Sie: Gewohnheiten, die den Redaktionsplan schwächen
- In jedem Beitrag verkaufen wollen: Das Publikum erwartet Informationen und Bilder, ständige Verkaufssprache senkt das Interesse.
- Einen nicht durchhaltbar vollen Kalender aufstellen: Im zweiten Monat gerät der Plan ins Stocken, und das Konto verstummt wieder.
- Keinen Freigabeprozess festlegen: Beiträge ohne klare Zuständigkeit verpassen ihren Termin.
- Inhaltsarten ohne Messung ändern: Diese Entscheidung gehört auf Basis der Monatsdaten getroffen.
- Denselben Inhalt unverändert auf jeder Plattform posten: Jede Plattform hat ihre eigene Sprache und ihr eigenes Format.
- Kommentare und Nachrichten unbeantwortet lassen: Wer eine Frage stellt, kann ein potenzieller Kunde oder Bewerber sein.
Wenn Monatsplan, Drehtag und Berichte für Ihr Konto aus einem Team kommen sollen, finden Sie den Leistungsumfang auf unserer Seite zur Social-Media-Betreuung.
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